Wer ist Jesus?

Wer war Jesus Christus? Mit dieser Frage steht und fällt der christliche Glaube – und damit auch die Frage danach, ob und wie sich sein Leben auf unser Leben auswirkt.

Alle Jahre wieder wird er zu Gelegenheiten wie Ostern und Weihnachten von den Medien zum Thema gemacht: Jesus. So gut wie jeder Mensch hat seinen Namen schon einmal gehört – zumindest in der westlichen Welt.

Jesus steht im Zentrum des christlichen Glaubens. Warum ist das so? Im christlichen Glauben geht es nicht nur darum, bestimmte Lehren für wahr zu halten oder gewisse Gebote zu befolgen, sondern um die Beziehung zu der Person Jesus und um das, was seine Identität ausmacht.

In diesem Beitrag wird es zunächst um die Historizität der Person Jesus gehen, dann um das, was er gelehrt hat und welche Bedeutung diese Lehre für uns heute haben kann.

Woher wissen wir etwas über Jesus?

Wenn wir etwas über eine historische Person erfahren wollen, sind wir auf Quellen angewiesen, die darüber berichten. Historiker stellen sich dabei folgende Fragen:

  • Welche Quellen machen Aussagen über die Person?
  • Wie zuverlässig wurden diese Quellen überliefert?
  • Wie glaubwürdig sind die Autoren dieser Quellen?

Welche Quellen machen Aussagen über Jesus?

Dass die Bibel über Jesus berichtet, ist vermutlich wenig überraschend. Aber es gibt auch eine Reihe von außerbiblischen Quellen, z.B. die des römischen Historikers Tacitus (* um 58; † nach 116): „Um das Gerücht zu zerstreuen, [er selbst habe Rom in Brand gesetzt], beschuldigte Nero fälschlicherweise […] die Personen, die von allen „Christen“ genannt wurden und wegen ihres seltsamen Verhaltens gehasst wurden. Christus, der Begründer dieses Namens, war von Pontius Pilatus, dem Statthalter in Judäa zur Amtszeit von [Kaiser] Tiberius hingerichtet worden.“

Dass Jesus gelebt hat und hingerichtet wurde, ist unbestritten. Römische Historiker gingen davon ebenso aus wie Altertumsforscher heute.

Wie zuverlässig ist die Überlieferung?

Historiker haben zwei wichtige Kriterien für die Zuverlässigkeit, mit der eine Quelle überliefert wurde:

  • Der zeitliche Abstand zwischen der Urfassung und der ältesten erhaltenen Abschrift. Denn je länger der zeitliche Abstand ist, desto wahrscheinlicher dürften Überlieferungsfehler sein.
  • Die Anzahl der existierenden Kopien. Denn je mehr verschiedene Abschriften den gleichen Text wiedergeben, umso sicherer entspricht dieser Text dem tatsächlichen Ursprungsdokument.

Die folgende Tabelle zeigt, wo die Bücher des Neuen Testaments im Vergleich zu anderen antiken Schriften stehen:

EntstehungÄlteste erhaltene Abschrift

Kopien

Cäsar58 v. Chr.900 n. Chr. (Abstand: ca. 950 Jahre)10
Homer900 v. Chr.400 v. Chr. (Abstand: ca. 500 Jahre)643
Evangelien40 - 100 n.  Chr.125 n. Chr.

Mehr als 24.000 Handschriften, z. T. fragmentarisch

In der Größenordnung von Cäsars Werk liegen fast alle bekannten antiken Schriften von Tacitus, Aristoteles, etc.: Mehr als 1.000 Jahre liegen zwischen der Abfassung und der ältesten erhaltenen Abschrift und es gibt deutlich weniger als 100 erhaltene Abschriften. Am besten stehen noch die Schriften von Homer da: Hier beträgt der Abstand etwa 500 Jahre und es gibt 643 erhaltene Kopien.

Die Evangelien und die anderen Teile des Neuen Testaments wurden etwa 40 - 100 n. Chr. abgefasst. Die ältesten erhaltenen Abschriften stammen aus dem Jahr 125 n. Chr. – und wir haben mehr als 24.000 Kopien davon. Das bedeutet: Die Texte des Neuen Testaments sind nicht manipuliert oder fehlerhaft, sondern nach den Kriterien eines Historikers extrem zuverlässig überliefert worden. Über 99% entsprechen mit Sicherheit dem Text, den die Autoren des Neuen Testaments vor rund 2.000 Jahren verfasst haben.

Wie glaubwürdig waren die Autoren?

Die Verfasser der Evangelien waren an einer exakten Geschichtsschreibung interessiert, wie man an diesem Beispiel sehen kann:„Es war im 15. Regierungsjahr des Kaisers Tiberius. Pontius Pilatus verwaltete als Statthalter die Provinz Judäa; Herodes herrschte über Galiläa, sein Bruder Philippus über Ituräa und Trachonitis, und Lysanias regierte in Abilene; Hannas und später Kaiphas waren Hohepriester. In dieser Zeit sprach Gott zu Johannes …“ (Lukas 3,1-2)

Lukas nennt hier fünf historische Bezüge, um die beschriebenen Ereignisse zeitlich exakt zu datieren: Tiberius, Pilatus, Herodes, Philippus, Lysanias, Hannas und Kaiphas. Er hat also aufgeschrieben, was sich zu einer ganz bestimmten Zeit an einem ganz bestimmten Ort ereignet hat.

Ein weiterer Beleg für die Glaubwürdigkeit der Evangelisten ist die Tatsache, dass die Christen zu der Zeit der Abfassung der Evangelien kein besonders hohes Ansehen hatten. Sie wurden verfolgt und es gab überall große Widerstände gegen sie. Die Christen waren also sehr darauf bedacht, alles korrekt darzustellen, um ihren Gegnern keine Angriffsfläche zu bieten.

Zu guter Letzt lebten viele der Augenzeugen noch, als die neutestamentlichen Texte geschrieben wurden. Die Verfasser des Neuen Testaments konnten sich nicht leisten, Dinge zu verfälschen – die Augenzeugen hätten sie damit nicht durchkommen lassen.

Was sagt Jesus selbst über sich?

Jesus war ein Mensch aus Fleisch und Blut. Er hat geweint und gelacht, sich gefreut und getrauert, er konnte ärgerlich werden und hat gegessen, getrunken, gefeiert. Er war müde, fror und empfand Schmerzen. Aber Jesus war mehr als ein Mensch – das hat er selbst oft genug betont.

Viele Menschen kennen aus den Evangelien vor allem die Gleichnisse, die Jesus erzählt hat, z.B. das vom verlorenen Sohn. Oder Teile der Bergpredigt wie: „Liebet eure Feinde.“ Oder die Wunder, die von Jesus berichtet werden, z.B. wie er mit fünf Broten und zwei Fischen mehr als 5.000 Männer, Frauen und Kinder satt macht.

Im Mittelpunkt dessen, was Jesus erklärt und gepredigt hat, stehen aber gar nicht bewegende Gleichnisse oder hohe moralische Maßstäbe oder spektakuläre Wunder. Im Mittelpunkt der Lehre Jesu steht seine eigene Identität – wer er ist. Jesus selbst hat eine Menge darüber gesagt, wer er ist – und wie viel er mit den Grundfragen meines Lebens zu tun hat: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben – niemand kommt zu Gott, außer durch mich." (Johannes 14,6)

Viele Menschen ahnen vielleicht manchmal, dass es Gott wirklich geben könnte. Aber kann man mit ihm in Kontakt kommen? Mit ihm in Beziehung treten? Jesus sagt: „Durch eine Beziehung zu mir könnt ihr zu Gott kommen.“

"Ich bin das Brot des Lebens." (Johannes 6,35)

Psychoanalytiker beschreiben uns Menschen als von Hunger getriebene Wesen – dem Hunger nach Liebe, dem Hunger nach Sicherheit, dem Hunger nach Anerkennung und Bedeutung. All das sind legitime Sehnsüchte, doch wenn wir an den falschen Stellen nach der Erfüllung dafür suchen, werden wir enttäuscht werden. Menschen können nicht alle unsere Bedürfnisse erfüllen. Jesus sagt: „Ich kann euren Lebenshunger wirklich stillen.“

"Ich bin das Licht für die Welt." (Johannes 8,12)

Viele Menschen leben in einer gewissen Orientierungslosigkeit. Wir tappen oft im Dunkeln: Welche Wertmaßstäbe sind richtig? Wohin will ich mit meinem Leben eigentlich? Jesus sagt: „Wer mir nachfolgt, der wird nicht mehr in der Dunkelheit leben, sondern das Licht des Lebens haben.“

"Ich bin die Auferstehung und das Leben." (Johannes 11,25)

Was kommt nach dem Tod? Welchen Sinn hat mein Leben, wenn in 40 oder 50 Jahren alles vorbei ist? Wer gibt mir Hoffnung, wenn ein Freund, ein Angehöriger stirbt? Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben […] Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“

"Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben." (Matthäus 11,28)

Viele Menschen leiden unter ihren Sorgen, ihrem Versagen und ihren Schuldgefühlen. Wohin sollen sie damit gehen? Wer hilft ihnen, ihre Last zu tragen? Wir brauchen andere Menschen, aber jeder hat sein Päckchen zu tragen und ist letzten Endes auf Hilfe von außen angewiesen. Jesus sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr bedrückt und belastet seid, ich schenke euch Ruhe für eure Seele“.

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben hin für die Schafe. (Johannes 10,11)

Jesus hat sein Leben für die Menschen gegeben. Sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung haben es möglich gemacht, dass Menschen ihr Leben ändern und in Beziehung zu Gott leben können.

Jesus heute?

Jesus hatte Mitleid mit den Zerbrochenen und Geschundenen und aß mit den Außenseitern der Gesellschaft, mit Leprakranken und Prostituierten. Diese Liebe war die Motivation für alles, was er tat.

Seine Freunde haben drei Jahre lang auf engstem Raum mit ihm gelebt. Diese Erfahrung hat sie grundlegend verändert. Aber nicht nur das: Im Zentrum aller Berichte über Jesus und alle Erfahrungen steht die Behauptung, dass Jesus lebt, dass er auferstanden ist. Nur so ist zu erklären, wie aus einer Handvoll verängstigter Fischer und Zöllner eine dynamische christliche Gemeinde werden konnte, die das römische Weltreich in nur 300 Jahren völlig durchdrang – und das trotz massiver Verfolgung, Folter und öffentlicher Hinrichtung zahlloser Christen.

Auch andere Menschen, die nicht zu seinen Nachfolgern gehörten, haben sich beeindruckt über ihn geäußert, so z.B. Napoleon Bonaparte (1769-1821): "Ich kenne die Menschen und ich sage euch, dass Jesus Christus kein gewöhnlicher Mensch ist. Zwischen ihm und jeder anderen Person in der Welt gibt es überhaupt keinen Vergleich. Alexander, Cäsar, Karl der Große und ich haben Reiche gegründet. Aber worauf beruhten die Schöpfungen unseres Genies? Auf Gewalt. Jesus Christus gründete sein Reich auf der Liebe."

Offensichtlich war Napoleon beeindruckt von Jesus. Und so ist es bis heute: Zahllose Menschen haben im Lauf der letzten 2.000 Jahre den auferstandenen Jesus erlebt, Menschen aller Nationalitäten, Kulturen und Hintergründe. Die Frage „Wer ist Jesus?“ findet ihre Antwort also nicht nur im Studium der Bibel, sondern auch im persönlichen Erleben.

 

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