Oh Herr, lass mich kein Single sein!

Die Zahl derjenigen, die solo leben, nimmt zu. Auch wenn es sich viele anders wünschen. Wie gehe ich als Single mit meinen Wünschen, meiner Sehnsucht und meiner Sexualität um?

„Ich bin nicht mehr ohne Dich, das ist mir in den letzten Monaten noch viel deutlicher geworden, als es mir schon war.“1 Was Dietrich Bonhoeffer an seine Verlobte Maria schreibt, drückt die Sehnsucht vieler Singles aus: Eine Person zu haben, mit der man das Leben teilen kann. Die Lebensgeschichten hinter diesem Wunsch sehen unterschiedlich aus und nicht alle Singles sehnen sich gleich stark nach einem Partner. Manche sind auch glücklich solo und haben diese Lebensform bewusst gewählt. Für die meisten Singles spielt der Wunsch nach einem Partner aber immer wieder eine Rolle. Anlässe dazu gibt es genug: Eine Hochzeit im Bekanntenkreis oder die Frage, mit wem man nächstes Jahr in den Urlaub fährt. Schnell tauchen dann Fragen auf, die an die Substanz gehen: Bin ich ohne Partner weniger wert? Wie gehe ich mit meiner Sehnsucht und dem Wunsch nach Zärtlichkeit um? Für manche Christen wird das Warten auf einen Partner auch eine Herausforderung für ihren Glauben an Gott: Warum erhört er ihre Gebete für einen Partner nicht? Dieser Artikel versucht diese Fragen aufzugreifen und einige Anregungen zu geben.

Übriggeblieben?

Ob sie es wollen oder nicht – die meisten Singles müssen mit dem Klischee leben, dass mit ihnen irgendetwas nicht ganz stimmt. Sonst hätten sie doch jemanden abbekommen. Lovis Rieger schreibt dazu: „Unser öffentliches Umfeld inszeniert die Zweierbeziehung […] Singles entsprechen nicht dieser Inszenierung und erregen daher häufig Mitleid. Wer auf einer Party mit einem Anhängsel auftaucht, ist sicher vor diesem Mitleid. Wer allein kommt, ist betrübtes Freiwild, ein Sonderling, dem geholfen werden muss.“2 Insbesondere Singles ab 30 erleben diese Haltung verstärkt und müssen sich beim Familienfest anhören, dass es jetzt langsam Zeit werden würde. Aber auch das andere Extrem ist anzutreffen: Da gelten Singles als Egoisten, die im Vergleich zu Familien finanziell besser dastehen und sich von deren Kindern die Rente zahlen lassen.3 Auch in christlichen Gemeinden sind diese stereotypen Bilder zuhause. Vielleicht haben es Alleinstehende dort sogar noch einen Tick schwerer, weil sich christliche Lebensplanung stärker als die der übrigen Gesellschaft an Ehe und Familie orientiert.

Dass Singles sich nicht wohl fühlen, wenn sie in solche Schubladen gesteckt werden, liegt auf der Hand. Genauso wenig tun sie sich einen Gefallen, wenn sie sich selbst hineinstecken und unter Druck setzen lassen. Wer dieses Schubladendenken bewusst durchbrechen möchte, muss sich damit auseinandersetzen, woher es kommt: Warum wird ein Mensch so stark darüber definiert, ob er einen Partner hat – weil die meisten Menschen so leben und sich das auch wünschen? Mit welcher unbewussten inneren Haltung begegne ich mir selbst, anderen Singles oder Verheirateten – gibt es da so etwas wie eine Werteskala? Was macht den Wert eines Menschen aus?

Als Christ hat ein Single die Chance zu erfahren, dass er wertvoll und einzigartig in Gottes Augen ist, unabhängig von den äußeren Umständen (Psalm 139Jesaja 43,1-4). Das zu verstehen und zu verinnerlichen, fällt den wenigsten in den Schoß. Aber es ist eine wichtige Grundlage, um sich selbst und sein Leben annehmen zu können. Auch Verheiratete kommen nicht darum herum, diese Frage für sich zu klären.

In der Theorie teilen viele diese Sichtweise, in der Praxis wird ein Single oft aber immer noch als halber Mensch betrachtet. Christliche Gemeinden können hier praktisch Akzente setzen, indem sie zum Beispiel darauf achten, dass Predigtbeispiele sich nicht nur um Ehe und Kindererziehung drehen. In gemischten Hauskreisen können Freundschaften entstehen und Singles oder Familien kreisen nicht nur um sich selbst. Die Themen Kommunikation und Sexualität könnten einmal in einem Seminar speziell für Singles thematisiert werden. Schließlich sind sie für Singles gleichermaßen präsent wie für Paare, wenn auch mit anderen Schwerpunkten. Es geht letztlich darum, die Lebensform des anderen wahrzunehmen und wertzuschätzen – auch als Bereicherung und Ergänzung für die eigene.

Zur Ehelosigkeit verdonnert?

Paulus beschreibt in seinem ersten Brief an die Korinther die Gabe der Ehelosigkeit (1. Korinther 7,25-28). Für viele Christen ein Schreckgespenst: Bin ich von Gott dazu verdonnert, ohne Partner zu leben?

Um die Gabe der Ehelosigkeit zu verstehen, lohnt es sich diese Stelle im Textzusammenhang anzuschauen: Die Christen in Korinth gingen davon aus, dass Jesus Christus bald wieder sichtbar zur Erde kommen würde. Sie fragten sich, ob es unter diesen Umständen überhaupt noch Sinn hat, zu heiraten, zumal man davon ausging, dass für die Christen davor eine schwere Zeit anbrechen würde. Paulus gibt eine Antwort, die seelsorgerlich motiviert ist: Er weiß, welche zusätzliche Belastung es sein kann, wenn man in einer schwierigen Situation nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Ehepartner oder Kinder sorgen muss. Auch heute ist dieser Punkt nicht ohne Bedeutung, da keiner weiß, ob er in solche Umstände hineinkommen wird.

Eines gilt aber unabhängig von den äußeren Umständen: Damals wie heute ist die Ehe eine Herausforderung. Wer verheiratet ist, muss ständig an der Beziehung arbeiten. Er muss die Bedürfnisse, Wünsche und Schwächen seines Partners berücksichtigen und sich selbst in Vielem zurücknehmen. Wer heiraten möchte, sollte das berücksichtigen.

Es gibt Menschen, die Gott für die Ehelosigkeit bestimmt hat oder die sich bewusst für ein solches Leben entschieden haben. Biblische Singles mit diesem Hintergrund sind zum Beispiel die Propheten Elia, Daniel oder Johannes der Täufer. Die Bibel selbst sieht es überhaupt nicht als Problem an, wenn ein Mensch ledig bleibt und bewertet diesen Lebensstand sogar extrem positiv (1. Korinther 7,38). Jesus selbst ist das beste Beispiel dafür. Er kommentiert diese Tatsache so: "Manche sind von Geburt an zeugungsunfähig; andere werden es durch menschlichen Eingriff. Und es gibt Menschen, die verzichten auf die Ehe, um Gott besser dienen zu können. Wer es versteht, der richte sich danach!" (Matthäus 19,12)

Der letzte Satz von Jesus deutet an, dass der bewusste Verzicht auf eine Ehe eine Entscheidung ist, die einen gewissen Denkprozess voraussetzt – und damit oft auch schon ein Stück gegangenen Lebensweg. Am Ende dieses Prozesses steht der Entschluss, ohne Ehe zu bleiben, weil man sich verstärkt für Gott in der Gemeinde, der Mission oder der Gesellschaft einsetzen möchte.

Gott selbst legt die Gabe der Ehelosigkeit in das Herz eines Menschen. Eine Person mit dieser Gabe hat die Fähigkeit, alleinstehend glücklich zu sein. Sie kennt zwar auch Zeiten, in denen sie sich nach einem Partner sehnt, aber sie leidet nicht extrem darunter, dass sie keinen hat. Daneben kann sie den Umstand bejahen, dass sie ihre körperliche Sexualität nicht ausleben kann (1. Korinther 7,36-38).

Wohin mit meiner Sehnsucht?

Warum bleiben dann aber doch so viele Singles ehelos, obwohl sie die Gabe der Ehelosigkeit nicht haben und sich ernsthaft um einen Partner bemühen?

Ein Grund dafür ist, dass wir in einer Welt leben, die nicht mehr so ist, wie es dem ursprünglichen Willen Gottes entspricht. Das gilt auch für Ehe und Partnerschaft. Viele Singles bleiben solo, auch wenn sie sich einen Partner gewünscht haben. Vielleicht gibt es in der näheren Umgebung keinen Menschen, der für eine Partnerschaft in Frage kommt. Oder eine Krankheit oder der Beruf stehen einer Ehe erschwerend im Weg. Manchmal lässt Gott es zu, dass ein Mann oder eine Frau diesen Weg gehen muss. Er hat uns kein Recht auf eine Ehe zugesagt. Genau so wenig, wie wir von ihm z.B. einfordern können, immer gesund zu sein.

In einer solchen Situation ist es das Beste, wenn man Gott immer wieder sagt, wie schwer einem das Leben als Single fällt und ihn bittet, dass er einem hilft, ein Ja zu diesem Lebensweg zu finden. Die meisten Singles haben an diesem Punkt zu kämpfen und leiden immer wieder an ihrem Alleinsein. Es ist hilfreich, wenn man sich diesem Prozess bewusst stellt und ihn nicht verdrängt oder ausweicht. Viele machen dann die Erfahrung, dass Gott einen inneren Frieden und die Bereitschaft schenkt, die partnerlose Situation anzunehmen, wie sie ist. Der Wunsch nach einem Partner wird dadurch nicht unbedingt kleiner, aber man kann das Leben als Single (wieder) annehmen, genießen und gestalten lernen. Und wer weiß: Vielleicht hat Gott doch noch einen Partner für einen vorgesehen – nur eben ein paar Jahre später oder unter anderen Umständen, als man es selbst geplant hat.

Singles und die schönste Nebensache der Welt

Für viele christliche Singles ist klar: Gott hat die Ehe als geschützten Rahmen gesetzt, in dem sich Sex entfalten soll. Damit ist das Thema aber nicht abgehakt, denn ein Alleinstehender empfindet meistens trotzdem den Wunsch nach körperlicher Nähe und Intimität. Viele Singles ringen mit sich und auch mit Gott, wie sie mit diesen Bedürfnissen und der Sehnsucht umgehen können. Ein Rezept „Richtiger Umgang Sexualität und Single“ gibt es nicht. Das Thema wird ein Spannungsfeld bleiben.

Folgende Gedanken können helfen, gelassener damit umzugehen:

Sexualität ist Sehnsucht: Das körperliche Einswerden von Mann und Frau spiegelt die tiefe Sehnsucht des Menschen nach einer heilen, glücklichen Welt wider. In der Ekstase und dem Verschmelzen wird ein Stück von dieser heilen Welt erahnt. Aber auch in einer guten Ehe ist diese Erfahrung nicht dauerhaft. Als Single kann ich mich deswegen zum einen fragen, ob ich überhöhte Vorstellungen davon habe, was Sex und Zärtlichkeit eigentlich sind. Zum anderen kann ich überlegen, was mich innerlich antreibt. Woher kommen meine Wünsche und Sehnsüchte? Würden Sex und eine Beziehung sie wirklich stillen oder liegt ihre Ursache tiefer? Jesus Christus verspricht seinen Nachfolgern ein erfülltes Leben. Das bedeutet nicht, dass alle Wünsche erfüllt werden, wohl aber, dass ich auch ohne Sex ganzheitlich inneren Frieden, Annahme und Geborgenheit erfahren kann.

Sexualität ist Kreativität: Nach biblischem Verständnis gehört zur Sexualität die ganze Persönlichkeit eines Mannes oder einer Frau. Wo beide zusammen kommen, entsteht etwas Neues und Kreativität wird freigesetzt. Dazu gehören natürlich der körperliche Aspekt und die Möglichkeit, Kinder zu bekommen. Aber damit hört Sexualität nicht auf und damit beginnt sie auch nicht. Wo Zärtlichkeit, Hilfsbereitschaft, kleine Aufmerksamkeiten und der gegenseitige Austausch fehlen, verliert Sex seinen Reiz und seine Schönheit. Darüber hinaus bringt jeder Partner Fähigkeiten und Stärken mit, die er für das Wohl der Ehe und der Kinder einsetzen kann. Auch das gehört zur Sexualität in ihrem tiefsten Wesen dazu.

Ein Single kann seine Persönlichkeit und seine Kreativität nicht auf körperliche Weise ausdrücken. Aber die anderen Möglichkeiten stehen ihm offen. Er ist ebenfalls von Gott berufen, schöpferisch tätig zu sein und Leben weiterzugeben: Wer Bücher liebt und ein Herz für Kinder hat, könnte in der Bibliothek zum Beispiel immer wieder einen Vorlesenachmittag anbieten. Wer politisch interessiert ist, kann sich in der Kommunalpolitik oder in einer Partei einsetzen. Die Möglichkeiten, das eigene Potenzial zu entdecken und es für sich und andere zu nutzen, sind nahezu unbegrenzt.

Deswegen lohnt es, bewusst zu überlegen, welche Begabungen und Visionen man hat und wie man diese in seinem Leben umsetzen möchte. Viele Singles schieben diesen Prozess vor sich her, weil sie darauf warten, ihn mit einem Partner gemeinsam anzugehen. Aber ist der Traumurlaub oder die neue Arbeitsstelle wirklich nur dann erstrebenswert, wenn man verheiratet ist? Die Gefahr bei dieser inneren Haltung ist, dass man als Single auf einem Wartebahnhof der Sehnsucht lebt und das Leben im Hier und Heute verpasst. Wer anfängt, seine Träume und Pläne umzusetzen, wird merken, dass diese in den seltensten Fällen einer späteren Partnerschaft im Weg stehen oder dass es Möglichkeiten gibt, die beiden Lebenswege zusammenzuführen.

Manche Wünsche oder Lebensziele lassen sich als Single auch einfacher in die Tat umsetzen. So nutzte ein junger Mann seine Zeit als Single zum Beispiel, um Touren im Hochgebirge zu machen. Heute hat er Frau und Familie und kann diesem Hobby nicht mehr ohne Weiteres nachgehen. Er muss dieser Phase aber auch nicht hinterher trauern, weil er sie vor seiner Ehe bewusst gestaltet und genutzt hat.

Sexualität ist Beziehung: Körperliche Nähe und gegenseitige Hingabe gehören wesentlich zum Geschlechtsverkehr dazu. Aber nicht nur dort sind sie erfahrbar. Eine spontane Umarmung, ein ernst gemeintes „Wie geht es dir?“ schaffen ebenfalls Beziehung und stillen ein Grundbedürfnis des Menschen. Ein psychotherapeutischer Berater berichtet von einer alleinstehenden Frau, die sich auf einem Seminar von einer anderen Teilnehmerin eine Umarmung wünschte. Sie sagte: „Ich weiß nicht mehr, wie lange es schon her ist, dass mich ein anderer Mensch einfach mal in den Arm genommen hat!“4 Ehepaare und Familien können darauf achten, Freundschaften zu Singles nicht einschlafen zu lassen und sie nach ihren Bedürfnissen und Wünschen fragen. Singles können es lernen, offen zu kommunizieren und auch mit Paaren ein Stück Beziehung zu leben.

Selbstbefriedigung – geht es nicht ohne?

Ein Abschnitt zum Thema Single und Sexualität kommt am Thema Selbstbefriedigung nicht vorbei. Für viele scheint sie die einzige Möglichkeit zu sein, körperliche Sexualität zu leben, oft verbunden mit einem schlechten Gewissen. Ist das gerechtfertigt? Die Bibel selbst sagt zum Thema Selbstbefriedigung nichts.Manche Theologen und Berater schließen daraus, dass Gott es nicht als Schuld ansieht, wenn man sich selbst erregt und seinen Körper erkundet. Andere wenden ein, dass das auch gar nicht das Problem sei. Schwierig sei, dass bei der Selbstbefriedigung oft wilde Fantasien eine Rolle spielen und fremde Männer und Frauen zu einer „Masturbationsvorlage“ degradiert werden. Beides entspreche nicht Gottes Vorstellung von Sex, denn die Bibel lehnt Gier und ungezügelte Lust ab.

Verhalte ich mich in Gottes Augen falsch, wenn ich mich selbstbefriedige  – auf diese Frage muss jeder Single seine eigene Antwort finden, indem er seine Motive dabei überprüft und auch mit Gott darüber spricht. Wer merkt, dass er ständig von Gedanken daran getrieben wird und keine andere Möglichkeit mehr sieht, seinem Wunsch nach Liebe und Anerkennung Ausdruck zu geben, der sollte sich Hilfe in Form eines Beraters oder seelsorgerlichen Gespräches holen.6

In die Tiefe leben

Die Bibel ist ein Beziehungsbuch. Von Anfang an geht es um Beziehungen zwischen Menschen und um die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Die Ehe nimmt einen besonderen Stellenwert ein, ist jedoch nicht das einzige Beziehungsmodell. Eine wichtige Rolle spielen auch Freundschaft und die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. David hatte eine solche enge Freundschaft mit Jonathan, der Apostel Paulus fühlte sich einem riesigen Kreis von Christen verbunden (1. Samuel 18,1-4Römer 16,1-23). Auch Jesus suchte sich Menschen, die ihn begleiteten. Mit einigen von ihnen war er besonders eng befreundet (Markus 9,2Markus 14,33).

Wer vorübergehend oder für längere Zeit als Single lebt, sollte es sich nicht nehmen lassen, solche Beziehungen zu suchen und zu pflegen. Eine Freundschaft oder ein Hauskreis sind sicherlich nicht das gleich wie eine Ehe. Aber auch in ihnen erfährt man Annahme, Geborgenheit, Korrektur und kann das Leben miteinander teilen.

Wer solche Beziehungen wertschätzt und sie nicht nur als Übergangsstation zur Ehe betrachtet, hat größere Chancen, gelassener mit der Partnersuche umzugehen und auch als Single zufrieden zu sein. Damit tut er sich auch für eine mögliche spätere Partnerschaft etwas Gutes. Denn wer seine Lebensqualität von einem Partner abhängig macht, läuft Gefahr, die ersehnte Beziehung durch zu hohe Erwartungen zu überfordern. Psychologie heute zitiert eine Studie, nach der zufriedene Eheleute schon vor ihrer Ehe glücklich waren: „Ein auffälliges Glückshoch ließe sich nur kurz vor und nach der Hochzeit nachweisen. Danach sollen die Menschen so zufrieden oder unzufrieden sein wie zuvor.“7

Diese Zusammenhänge machen deutlich, dass das Leben immer Arbeit an sich selbst, am eigenen Charakter und an Beziehungen bedeutet. Darin unterscheidet sich ein Single nicht von einer verheirateten Person. So, wie Letztere ihren Zustand einmal als Bereicherung und dann wieder als Belastung empfindet, geht es wohl auch den meisten Singles. Immer aber spielt sich das Wesentliche im Leben in Beziehungen ab – und immer bleiben diese Beziehungen bruchstückhaft und unvollkommen. Wer das annehmen lernt und mit Gott immer wieder über seine Bedürfnisse und Fragen spricht, erlebt auch als Single das, was Dietrich Bonhoeffer so ausgedrückt hat: „Es gibt ein erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche.“8

 

Bonhoeffer/ von Wedemeyer, Brautbriefe Zelle 92, Verlag C.H.Beck, München, S.32

Die Wellenmacher; zuender.zeit.de/2008/07/single-sein-essay; 09.04.2015; 09:55 Uhr - Text nicht mehr vorhanden

Das geheime Leben der Singles; www.zeit.de/2007/48/Singles; 09.04.2015; 09:55 Uhr

Matthias Hipler in „Sehnsucht und der ganze Rest. Überlebensgeschichten für Singles.“ S. Müller/ I. Frantzen (Hrsg.), Brendow Verlag, Moers 2010, S. 101). Von ihm stammen auch einige Anregungen aus dem Abschnitt zur Sexualität.

In 1. Mose 38,1-11 wird Onan nicht vorgeworfen, dass er sich selbst befriedigt habe, sondern dass er seine Frau betrogen hat, indem er jedes Mal den Geschlechtsverkehr unterbrach, damit sie nicht schwanger werden konnte.

6 Der Artikel greift das Thema Pornographie nicht auf, weil es den Rahmen sprengen würde. Informationen und Hilfe dazu finden Sie z.B. beim Weißen Kreuz (www.internet-sexsucht.de) oder bei der Organisation LOVEISMORE (www.loveismore.de).

Zeit Online; www.zeit.de/online/2007/34/bg-singles?page=2; 09.04.2015; 09:55 Uhr

Bonhoeffer selbst musste die Wahrheit dieser Aussage durchbuchstabieren. Kurz nach seiner Verlobung mit Maria wurde er von der Gestapo gefangen genommen. Die beiden haben sich nicht mehr in Freiheit gesehen.